Baywatch an der Flensburger Förde

 FLENSBURG (if) - Vor Vergnügen kreischende Kinder, es riecht nach Meerwasser, Sonnencreme und Inselrosen. Das Strandleben an der Flensburger Förde im Sonnenschein ist ein Idyll wie aus dem Bilderbuch. Doch immer wieder droht auch in dieser heilen Welt Gefahr. Etwa wenn ein Schwimmer sich überschätzt und sein Leben durch das Hinausschwimmen ins Fahrwasser gefährdet. Oder durch besonders übermütige Jugendliche, die mit einem Kopf­sprung ins flache Wasser eine Querschnittslähmung riskieren, wie es jedes Jahr an vielen Gewässern geschieht, auch vor wenigen Jahren an der Badebrücke am Ostseebadstrand. Dann sind sie in kürzester Zeit zur Stelle, die Ehrenamtler der DLRG, die im Sommer die Strandwachen übernehmen. Trotz scheinbarer Gelassenheit, stehen sie unter Hochspannung. Denn immer haben sie im Hinterkopf, was alles passieren könnte. Viele von ihnen waren als Erste zur Stelle, als plötzlich ein Unglück mitten im fröhlichen Getümmel geschah. Deshalb gehört es zu den unangenehmen Aufgaben, die Badegäste auf die Gefahren hinzuweisen. »Das macht wenig Spaß, denn es ist schon ärgerlich, was wir uns dann manchmal anhören müssen«, ärgert sich Thomas Kaup vom Flensburger DLRG. Zum Glück liegt die letzte Querschnittslähmung nach einem Sprung ins flache Wasser in Flensburg schon ein paar Jahre zurück. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass einige der Jugendlichen an der Förde in diesem Jahr unvernünftig sind. »Nein, mit Baywatch hat der Job in Holnis oder am Strand vom Ostseebad in Flensburg wirklich nichts zu tun«, schmunzelt die 20jährige Physikstudentin Inken Hofbauer aus Kiel. Sie macht nach einem Kontrollgang gerade im DLRG-Häuschen am Ostseebad mit Franziska Hohnefeld (18) aus Tarp und Tim Klabunde (16) aus Flensburg Pause, natürlich immer mit dem Blick aus dem sperrangelweit geöffneten Fenster nach draußen. »Hier ist es weniger gefährlich als an der Nordsee«, weiß sie. Auf Langeoog musste sie vor zwei Jahren einen Toten bergen, der die Strömungen unterschätzt hatte, und für den jede Hilfe zu spät kam.

Doch ohne Hilferufe, vergeht keine Woche. Die Lebensretter waren auch im Einsatz, weil ein Strandbesucher einen Kreislaufkollaps erlitt und sich ein anderer beim Stolpern ein Bein gebrochen hatte.

Schnell waren sie zur Stelle, organisierten den Rettungswagen und leisteten Erste Hilfe. Regelmäßige Weiterbildung wird deshalb von allen Rettungsschwim­mern gefordert.

Thorsten Schnoor, Berufsschullehrer (38), macht in diesem Sommer zum dritten Mal mit den Vereinskameraden vom Barmstedter DLRG Dienst in Holnis. Unter den sechs DLRG-lern ist einer mit Sportbootführerschein und einer mit Sanitätsausbildung. Zum Glück gab es in diesem Jahr noch nicht einen Ernstfall-Einsatz. Des flachen Wassers wegen sei Holnis ein ausgesprochen beliebter Strand für Familien. »Wir sehen unsere Hauptaufgabe in der Prävention. Etwa wenn wir Schwimmer auf­fordern aus der Fahrwasser herauszukommen oder abtreibende Surfer vorsichtshalber wieder an Land holen.«

Häufig war die Hilfe der DLRG-ler in diesem Sommer an der gesamten Förde gefragt, weil Badende mit Feuerquallen in schmerzhaften Kontakt gekommen waren. Die Helfer haben gute Erfahrungen mit einem eigentlich simplen Rezept: Rasierschaum auftragen. Der kühlt und entschärft das Brennen. Während in Holnis gelegentlich ein nackter Fuß verarztet werden muss, der an Muschelscherben aufgeschürft wurde, sind es im Ostseebad oft ansehnliche Schnittwunden, für das die Helfer ihr Notfallköfferchen öffnen und Tränen trocknen müssen. Denn nach nächtlichen Feiern wurde die eine oder andere Fla­schenscherbe notdürftig mit Sand bedeckt worden. Gefährlich für kleine Kinderfuße! »Wir finden unsere ehrenamtliche Arbeit viel sinnvoller, als den ganzen Tag am Strand zu liegen«, erklärt die 18jährige Franziska Hohnefeld.

Diese Einstellung bestätigen die Barmstedter. Sie haben Holnis mittlerweile fest in ihr Jahresprogramm aufgenommen, »Man kommt zum Training und schöner als hier kann es eigentlich nicht sein«, findet Thea Reimann (25) und zeigt auf die DLRG Strandwache. Hier verpflegt man sich selbst und findet auch angenehme Übernachtungsmöglichkeiten vor. Die Glücksburger DLRG Ortsgruppe freut sich über die wiederkehrende Hilfsmannschaft.

(Quelle: Moin Moin Flensburg vom 26.08.09) 

Anmerkung des Webmasters: Um Fehler zu beseitigen, wurden von uns im obrigen Artikel im Namen von Inken Hofbauer der Schreibfehler korrigiert und einmal ihr Name gegen den von Franziska Hohnefeld ausgetauscht.

Elektronischer Helfer für die Lebensretter

 DLRG in Solitüde bekommt einen Defibrillator

 Holger Reiss und seine Lebensretter-Kollegen sind froh, dass sie ihn haben. Und hoffen doch gleichzeitig, dass sie seine Dienste „möglichst selten“ in Anspruch nehmen müssen: Die DLRG am Strand von Solitüde ist seit gestern mit einem automatisierten externen Defibrillator – kurz AED, verniedlicht auch „Defi“ genannt – ausgestattet. Einem Gerät, das mit gezielten Stromstößen das lebensgefährliche Kammerflimmern des Herzens unterbricht, das meist zusammen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand auftritt.

„Der Defibrillator erklärt dem Benutzer genau, was wann zu tun ist, um dem Patienten schnell und effektiv Erste Hilfe zu leisten“, sagt der technische Leiter der Solitüder Station. 2000 Euro kostet der elektronische Lebensretter; die DLRG-Aktiven am Ostseebad haben bereits im Mai einen bekommen. Reiss: „Wir sind der Stadt dankbar, dass sie die Kosten übernimmt, obwohl ein AED nicht zur vorgeschriebenen Ausrüstung gehört.“ Sinn mache es auf jeden Fall, den kleinen knallroten Kasten für den Notfall parat zu haben: „Vor allem angesichts der vielen älteren Badegäste, von denen immer mehr an den Strand kommen.“

Von 10 bis 18 Uhr wachen im Sommer stets mindestens drei „Wachgänger“ über das Wohl der Badegäste – und zwar ehrenamtlich. Beide Flensburger Strände werden von insgesamt 40 Rettungschwimmern der Flensburger DLRG-Ortsgruppe betreut.

(Quelle: www.shz.de, FT vom 30.07.09)

Defibrillatoren für Strandbäder

Gute Nachrichten für die Strandbad-Gäste: Ab dieser Saison werden sowohl in Solitüde als auch im Ostseebad für die schnelle Behandlung von Herzinfarkten Defibrillatoren zur Verfügung stehen. Das teilte Carsten Herzog gestern im Bürgerservice-Ausschuss mit. Die beiden Geräte waren auf Anregung der DLRG, die mit der Badeaufsicht beauftragt ist, bereit gestellt worden.

(Quelle: www.shz.de, FT vom 30.04.09)

Bauen am Wasser: Rathaus geht baden

Kleiner Rückschlag für die Siedlungsvorsorge. In Fahrensodde wird nicht dicht am Wasser gebaut. Die Verwaltung ging mit ihrem Antrag im Planungsausschuss baden.

– Gut möglich, dass Frank Rolfes als Fachbereichsleiter damit nicht unbedingt gerechnet hatte. Immerhin hatte die AG Siedlungsvorsorge, in der Politik und Verwaltung die letzten besiedelbaren Flächen der Stadt auf ihre Eignung prüfen, Ende Februar grünes Licht gegeben. Durch eine Änderung des Flächennutzungsplanes Fahrensodde sollten formal die Voraussetzungen geschaffen werden, über zusätzliche Wohnbebauung auf dem Grundstück der ehemaligen Dantronik/Dasa-Immobilie nachzudenken.

Zu Rolfes Leidwesen hatten drei Fraktionen daran überhaupt kein Interesse. SSW, WiF und Grüne ließen die Verwaltung auflaufen. Die Änderung des Flächennutzungsplanes wurde mit 6:5 Stimmen abgelehnt.

Die Front der Ablehnenden schoss sich auf eine unbestreitbare Schwachstelle in Fahrensodde ein: der Twedter Strandweg, über den allein zwei Segelclubs und die Ferienhäuser am Hang erschlossen werden. SSW-Ratsherr Glenn Dierking prophezeite chaotische Verhältnisse, wenn dort unten 50 zusätzliche Wohneinheiten gebaut würden. Letztlich würde das zu der Konsequenz führen, zur Entlastung des Strandweges eine Serpentine in den Hang zu bauen und diesen dann vollständig zu zerstören.

Uwe Lorenzen (Grüne) merkte an, dass dort geplante Wohnungen wohl kaum unter die Rubrik sozialer Wohnungsbau fallen würden. Den Zweitwagen-Faktor siedelte er bei 70 Prozent an. „Zur Wahrung des Strandfriedens sollten wir das ablehnen!“

Auch Jörg Pepmeyer (WiF) konnte sich für eine Wohnbau-Erschließung nicht erwärmen. Wie zuvor Glenn Dierking vermisste er ein bündiges Konzept für die Siedlungsvorsorge: „Was wir hier machen sollen, ist auf Zuruf zustimmen.“ Demgegenüber hatten sich SPD und CDU auf der zustimmenden Seite in Position gebracht. Stephan Menschel (SPD) erinnerte daran, dass die Suche nach Siedlungsquartieren bislang eher vom Gedanken des „Lasst-uns-mal-woanders-Suchens“ geprägt worden sei. Die SPD könne sich grundsätzlich ein Wohnquartier an dieser Stelle jedenfalls vorstellen. Frank Markus Döring (CDU) warb eindringlich dafür, der Verwaltung die Mittel an die Hand zu geben, die Voraussetzungen für eine Besiedelung wenigstens zu prüfen. „Wir waren uns nach Tarup-Süd doch einig darüber, dass Schluss sein soll mit der Stadtrand-Zersiedelung“, meinte Döring. Dass in Fahrensodde Probleme drohen, dürfe kein Grund sein, gar nicht erst nachzudenken. „Das ist unseriös!“

Auch Fachbereichsleiter Frank Rolfes hatte sich nochmals in die Schlacht um Fahrensodde geworfen. Die Aktualisierung des Flächennutzungsplanes sei das Siedlungskonzept, sagte er. Es gehe nicht darum, eine Trasse in den Berg zu bauen, sondern darum, einen Fuß- und Radweg anzulegen. Flensburg benötige mittelfristig 5000 Wohneinheiten. „Wenn wir es nicht schaffen, Flächen anzubieten, dann werden diese Wohneinheiten woanders gebaut. Dann wird diese Entwicklung im Umland stattfinden.“

(Autor: Holger Ohlsen, Quelle: www.shz.de, FT vom 16.04.09)

Ein Luxus-Wohnpark in Fahrensodde?

Rund 50 luxuriöse Wohnungen auf dem früheren Dasa- und Dantronik-Gelände in Fahrensodde? Da regt sich schon Widerstand, bevor sich Flensburgs Kommunalpolitiker zum ersten Mal mit den Plänen befasst haben.

– Bereits bevor sich Planungsausschuss heute und die Ratsversammlung am 7. Mai mit dem Thema befasst haben, nehmen die beiden größten Ratsfraktionen Verteidigungshaltung ein. Nachdem sich Glenn Dierking, SSW-Mann im Ausschuss, anstelle von Luxuswohnungen bereits öffentlich für eine Ausweitung der bestehenden Wassersport- und Freizeit-Aktivitäten in Fahrensodde ausgesprochen hat, geht auch die WiF-Fraktion auf Distanz zu den Plänen der Verwaltung: „Wir wissen nichts über die Bauhöhen und die Größen insgesamt“, sagt Jörg Pepmeyer (WiF), 2. stellvertretender Ausschussvorsitzender: „Vier bis fünf Geschosse geht jedenfalls nicht“, sagt Pepmeyer und – „ganz wichtig: es kann nicht ohne Ausschreibung weggehen“.

Aus Sicht der Stadt, der das Grundstück gehört, wäre auf dem Grundstück „Geschosswohnungsbau mit hochwertigen Eigentumswohnungen denkbar“, erklärte Thomas Kuchel für die Stadtverwaltung. Die Luxuswohnungen würden sich aufgrund der Lage direkt am Wasser „voraussichtlich im oberen Preissegment bewegen“.

Es sei vorgesehen, im oberen Bereich an der Hangkante einen durchgehenden Weg einzurichten. „Der öffentliche Zugang zum Wasser/Strand soll ebenfalls auf voller Länge erhalten bleiben“, so Kuchel. Während Pepmeyer und Dierking auch bei der Straßenverkehrsanbindung Engpässe für diesen Wasser- und Strandzugang sehen, gibt sich die Stadt optimistisch: „Hinsichtlich der Verkehrssituation liegt dem Fachbereich Umwelt und Planen eine kleine Expertise vor, wonach der Twedter Strandweg noch die Verkehrsmenge, die durch circa 50 Wohneinheiten verursacht würde, aufnehmen könnte“, erklärt Thomas Kuchel. Zeitplan: Eine Realisierung des Projektes könne nicht vor 2010 erfolgen.

Das Gebiet Fahrensodde, das auch einen kleinen, aber feinen freien Standabschnitt hat, wurde einst für die Marine künstlich aufgeschüttet und später bis Anfang der 90er Jahre von der Deutschen Aerospace (Dasa/München) genutzt. Ab der zweiten Hälfte der 90er Jahre entwickelte die Deutsche Allgemeine Nachrichtenelektronik (Dantronik) hier Navigationssysteme für den Verkehr.

Neben gewerblichen Mietern aus dem Segelumfeld sind in dem Komplex auch die Uni-Surfsparte, Taucher sowie die DLRG mit ihren Jugend- und Ausbildungsräumen sowie dem Lager für die Rettungsboote untergebracht.

(Autor:  Carlo Jolly, Quelle: www.shz.de, FT vom 14.04.09)