DLRG - Sicherheit an Flensburgs Stränden

Typisch Sommer! Auf zum Strand. In der Sonne liegen, baden, Strandspiele, unbe­sorgte Stunden genießen.
Die DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Ge­sellschaft) sorgt für die Sicherheit im Wasser und am Strand. Sei es die Erstver­sorgung einer kleinen Schnittwunde am Fuß oder gar die Rettung aus einer le­bensbedrohlichen Lage im Wasser: Die zumeist jungen Leute der DLRG sind stets ansprechbar, wenn kleine oder große Hil­fe benötigt wird.
Wer kennt nicht die freundlichen Helfer, die in den Sommermonaten an Flens­burgs Stränden „Wache gehen”? Sie leis­ten Erste Hilfe falls man sich eine Glas­scherbe in den Fuß getreten hat oder ei­nem eine Brandqualle beim Baden mit den Nesselfäden die Haut rötet. Größere Gefahren bieten der Sprung von der Brücke ins flache Wasser oder der Sonnenstich bei Sonnenanbetern. Gerne wird auch von Eltern die Hilfe der DLRG angenommen, um ihre vermissten Kinder wiederzufinden. Die Wachen sind in der Zeit vom 15.06.-31.08. vor und nach den Ferien an den Wochenenden, während der Schulferien sogar täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr be­setzt.
Das Aufgabenfeld der DLRG ist aber noch weitaus größer als nur die Strandwache in den Sommermonaten an den Flensbur­ger Stränden Ostseebad und Solitüde. Die drei Rettungsboote Flensburg, Majestix und Holstein sind zur Absicherung von Regatten und maritimen Großveranstal­tungen nicht wegzudenken. Sie sorgen mit ihren ausgebildeten Besatzungen für die Sicherheit der Wassersportler. Einge­setzt werden die Boote u.a. bei der Rum­regatta, den zahlreichen internationalen Segelsportqualifikationen, der Kieler Wo­che und beim Förde Crossing. Schnelle Hilfe kann hier lebensrettend sein. Aber auch beim Dampf Rundum, den Nautics, beim Sonwik Fest usw. ist professionelle Hilfe auf dem Wasser und am Land stets bereit. Gerne wird die DLRG mit ihren freiwilligen Helfern auch zur Begleitung und Absi­cherung von Filmaufnahmen oder Tauch­einsätzen gerufen.

Wer sind nun die DLRGler? Es sind keine fest angestellten „Baywatch Leute”, son­dern Privatleute zwischen 12 und 90 Jahren, die sich in der Freizeit für die Sicher­heit Anderer einsetzen. Am Anfang steht eine fundierte Ausbildung zum Rettungs­schwimmer und eine Erste Hilfe Ausbil­dung. Damit kann man Wachgänger werden und sich später mit entsprechender Erfahrung auch zum Bootsführer oder Sanitäter ausbilden lassen. Das kann sogar sehr viel Spaß bringen. Zum Einen ist das Wache gehen ein verantwortungsvoller Posten, denn man muss Strand und Wasser im Blick haben. Weiterhin ist die Kameradschaft untereinander sehr gut. Und wer mag nicht gerne einmal mit einem PS-starken Rettungsboot über die Förde jagen?
Eine weitere sehr wichtige Aufgabe ist auch die Schwimmausbildung für Kinder und Jugendliche. So konnte die DLRG Flensburg im Jahr 2006 knapp 350 Schwimmabzeichen vom „Seepferdchen” bis zum „Dt. Rettungsschwimmabzeichen Gold” abnehmen.

Kontaktadresse: DLRG Flensburg e.V., Fahrensodde 20, 24944 Flensburg, Tel:0461/4935254, www.flensburg.dlrg.de

(Quelle: Flensburg Journal Nr. 72, September 2008 - Text und Fotos: Thomas Raake)


Leben retten: Jobben bei der „Baywatch“

Anna (16) engagiert sich als Rettungsschwimmerin

„In den drei Jahren, die ich hier am Strand auf Wache bin, musste noch nie jemand rausgezogen werden“, berichtet Anna Weichaus, die DLRG-Rettungsschwimmerin am Solitüder Strand ist und fügt nach kurzer Pause hinzu: „Und das ist natürlich auch gut so.“ Im Ernstfall wäre die 16-jährige Schülerin der Goethe-Schule allerdings vorbereitet.

Immerhin seit zehn Jahren ist sie in der DLRG, und bereits seit drei Jahren am Strand von Solitüde unterwegs. „Vorher war ich zwei Jahre Wachhelferin, doch nun bin ich Wachgängerin.“ Dies setzt voraus, dass Anna mindestens 16 Jahre alt ist, das Rettungsschwimmerabzeichen Silber hat und einen gültigen Erste-Hilfe-Schein vorweisen kann.

Ihr Tag beginnt morgens um 10 Uhr mit dem Hissen der Flagge. Denn neben der klassischen DLRG-Flagge muss auch immer der Situation entsprechend eine zweite „Hinweisflagge“ gehisst werden. Diese gibt je nach Farbe zu erkennen, ob beispielsweise ein Badeverbot herrscht oder vermehrt Feuerquallen im Wasser unterwegs sind. „Danach mach ich im Laufe des Vormittages meist zwei bis drei Kontrollgänge, je nachdem, wie viel gerade los ist“, sagt Anna über den Ablauf ihrer Schicht. Die Wachstation in Solitüde teilt sie sich immer mit mindestens einem weiteren Kollegen, denn das ist Vorschrift. An gut besuchten Tagen können aber auch bis zu sechs Rettungsschwimmer am Strand sein. Zum Glück gefällt gerade das Anna am besten – „mit netten Leuten auf Station zu sein macht am meisten Spaß, da gibt es immer viel zu erzählen, und eigentlich gibt es hier keinen, der nicht nett ist.“ Neben den Gesprächen behält die Rettungstruppe den Strand natürlich sorgfältig im Auge: Ob per Fernglas oder durch Kontrollgänge – die Schwimmer stehen immer unter Beobachtung, so dass schnell geholfen werden kann. Feierabend ist für alle um 18 Uhr.

„Am häufigsten kommen Leute mit Schnittwunden von Muscheln oder Scherben. Oft haben wir auch Feuerquallenopfer. Die behandeln wir dann hinten im Sanitätsraum“, sagt die junge Rettungsschwimmerin über ihre täglichen Hilfeleistungen, die sie alle auf ehrenamtlicher Basis vollbringt. Einzig eine geringe Aufwandsentschädigung gibt es von der Stadt für die Mädchen und Jungs in Rot.

(Autor: Moritz Pelte, Quelle: www.shz.de, FT vom 12.8.08)

 

Kein Geld für neues Rettungsboot

Die mehr als 30 Strandretter der DLRG müssen auch kommende Saison mit der betagten "Majestix 2" in Solitüde für Sicherheit sorgen. Für ein neues Schlauchboot fehlt das nötige Geld.

Flensburg - Die DLRG-Strandrettung Solitüde bereitet sich auf eine neue Saison vor. An oberster Stelle steht wieder einmal die Instandsetzung des Strandrettungsbootes "Majestix 2". Seit nunmehr 15 Jahren leistet dieses Schlauchboot schon seinen Dienst. Doch dieser hat inzwischen deutliche Spuren hinterlassen: Der Schlauch des Bootes lässt Luft, und Kunststoffaufsätze lösen sich von dem weichen Material ab.
Da heißt es für die Freiwilligen, wieder einmal zu flicken und zu kleben. Dazu haben sich am Wochenende rund zehn Freiwillige in Fahrensodde getroffen, wo das Boot in einer auch nicht mehr ganz neuwertigen Halle auf die Saison vorbereitetet wird.
Der Bedarf eines funktionsfähigen Rettungsbootes ist zwingend notwendig, doch machen die leeren Kassen der Lebensretter nicht unbedingt Hoffnung auf ein neues Wachboot. "Die finalen Kosten für ein neues Boot liegen bei schätzungsweise 25 000 Euro", erklärt Timo Schwendke von der DLRG. Diese Kosten könne der Verein nicht eigenständig aufwenden, da er sich lediglich durch Mitgliederbeiträge und Spenden finanziert. Ein Teil dieser Einnahmen müssen zudem an den Landesverband und an den Bundesverband abgetragen werden, wodurch das Budget der Lebensrettungsgesellschaft weiter begrenzt wird - und die Aktivitäten zum Beispiel im Bereich der Jugendarbeit eingeschränkt werden.
Zurzeit zählt die DLRG für Solitüde und das Ostseebad rund 30 bis 35 Wachgänger, die in der Vor - und Hauptsaison für einen sicheren Badespaß sorgen sollen. "Bei uns stehen die Gemeinschaft und das Ehrenamt im Vordergrund", sagt Timo Schwendke.
Die "Majestix 2" wird daher auch in naher und mittelfristiger Zukunft noch nicht in Rente gehen, sondern weiter Leben retten - und auf die Zuwendung der DLRG Mitglieder hoffen, die sie über viele Jahre hinweg schon gepflegt haben.

(Quelle. www.shz.de vom 26.02.2008)

Wenn Sie und hierbei unterstützen möchten, wenden Sie Sich bitte an sponsoring@flensburg.dlrg.de

 

2500 Besucher bei der Ehrenamtmesse

80 Verbände und Vereine informierten gestern knapp 2500 Besucher bei der zweiten Flensburger Ehrenamtmesse über ihre Arbeit.

Flensburg - Sie haben ihr Ziel erreicht: Junge Menschen tummelten sich genauso zahlreich in den vollgestellten Gängen wie ältere Messebesucher. Unter dem Motto "Jung für Alt - Alt für Jung" lief gestern die zweite Flensburger Ehrenamtmesse im Erlebniscenter Sportland.
Knapp 2500 Besucher fanden den Weg zur Messe und schlängelten sich interessiert von Stand zu Stand. "Gut 80 Verbände, Vereine und Institutionen stehen hier Frage und Antwort", berichtet Alli Hasbach, Organisatorin der Messe vom Haus der Familie. Annemarie Janßen von der Freiwilligen-Börse aus dem Haus der Familie ist mit der Umsetzung der Planungen zufrieden und freut sich über die gute Resonanz. "Die Menschen strömten den ganzen Tag in Scharen herein."
Barbara Hildebrandt (62) aus Flensburg war eine, die auf der Suche nach einer sinnvollen Freizeitaktivität war. "Ich bin selbst ehrenamtlich bei Unicef tätig und suche noch nach anderen schönen Aufgaben", sagt sie. Die Chance, etwas passendes zu finden, dürfte kein Problem gewesen sein. Das Angebot war vielfältig: Von medizinischen Organisationen über Umweltschutz bis hin zu Internet-Kursen für Senioren, um nur einige Aussteller zu nennen. Heide Stromeier vom Stand der Nachbarschaftshilfe Nord kann sich über mangelnde Nach- und Anfragen nicht beschweren. "Die Menschen sind an ehrenamtlicher Arbeit wieder sehr interressiert."
Die jungen Leute strömten vor allem zu den Sportpiraten und zur Aufführung der Breakdance Gruppe. "Hier können meine Jungs mal zeigen, was sie alles drauf haben", sagt Dirk Schultz von den Sportpiraten.
Malte Albert (20) freute sich, dass die Messe unter dem Schwerpunkt "Alt und Jung" stand. Denn von den älteren Generationen und ihren Erfahrungen könne man sicher eine Menge lernen. Angelockt haben ihn aber die Angebote für die Jüngeren.
"Ich wollte eine Freundin hier tanzen sehen und mich danach ein wenig informieren."
Und was ist sein Fazit? "Im Ehrenamt findet man noch Menschen mit Herz. Die Welt ist doch sonst nur von Egoisten bewohnt." Nach dem Schulstress möchte sich der 20-Jährige gern im Ehrenamt engagieren.

 (Quelle: Flensburger Tageblatt -online- vom 18.02.08)